March 10, 2021

Auf einen Coffee To Go mit Corinna Kreiler, Head of Editorial Content

Im März dreht sich bei uns alles um das Thema #WomenInBusiness. Eine solche ist Corinna Kreiler, die als Head of Editorial Content die redaktionelle Arbeit bei fischerAppelt, einer der größten PR-Agenturen Deutschlands, leitet. Wir haben uns mit Corinna auf einen Coffee To Go getroffen und über ihren Karriereweg, gute Führungskräfte und die Arbeit mit Kunden aus männerdominierten Branchen gesprochen.

Du bist Head of Editorial Content bei fischerAppelt, eine der größten deutschen PR-Agenturen. Kannst du uns etwas mehr darüber verraten, wie du zu dieser Position gekommen bist?

Ich habe zuerst mehrere Jahre als Wirtschaftsjournalistin unter anderem bei Spiegel Online gearbeitet, bevor ich als Senior-Redakteurin bei fischerAppelt anfing. Die operative Arbeit hat mir viel Spaß gemacht. Nach einigen Jahren wollte ich mehr Führungsverantwortung. Das habe ich meinen Chefs offen kommuniziert. So wurde ich direkt beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit zum Head of Editorial Content befördert.

Was waren deine größten Lessons Learned, während du dich nach oben gearbeitet hast?

Nicht leise sein. Auch wenn einige meiner Kolleg:innen jetzt wahrscheinlich lachen müssen, weil ich dafür bekannt bin, im Büro immer laut zu reden und zu lachen. Es ist aber wichtig, sich intern wie extern zu positionieren, klar zu machen, was man kann und wofür man steht. Es hilft nicht weiter, still und leise einen tollen Job zu machen und zu hoffen, dass das schon irgendwann irgendjemand merkt.

Was zeichnet deiner Erfahrung nach eine richtig gute Führungskraft aus?

Sie kommuniziert immer auf Augenhöhe, kann Menschen mitnehmen und begeistern. Gleichzeitig hört sie zu, weiß, was das Team bewegt und hat Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeiter. Eine gute Führungskraft denkt lösungsorientiert und stärkt dem Team den Rücken, auch wenn es mal schwierig wird. Sie holt jeden dort ab, wo er steht und schafft es, Talente zu erkennen und zu fördern. Im Idealfall werden so aus Schwächen Stärken. Ob ich so eine Führungskraft bin? Ich arbeite daran.

Wie hast du gelernt, deine Meinung als Journalistin und als Führungskraft mit Nachdruck zu vertreten?

Der erste Schritt ist: Sich daran zu gewöhnen, dass andere Menschen einen auch mal nicht mögen. Wenn man diesen Gedanken akzeptiert hat, fällt es viel leichter, einen klaren Standpunkt zu vertreten.

Hast du in deiner Karriere Situationen erlebt, in denen dich männlich Kollegen oder Kunden nicht zu Wort kommen lassen wollten? Wie gehst du damit (entspannt) um?

Mich nicht zu Wort kommen lassen ist schwierig, dafür rede ich einfach zu gern. (lacht) Ich hatte es aber in männderdominierten Branchen schon mit Kunden zu tun, die das freundliche Geplänkel beim Kennenlernen übersprungen haben und quasi aus dem Nichts auf Angriff gegangen sind – wie eine Art Test. Hier heißt es dann: Jetzt bloß nicht einknicken, auch wenn man es mit einem hochrangigen Manager eines Dax-Konzerns zu tun hat. Ich kontere solche Attacken dann meist mit einem Spruch, der zwar locker rüberkommt, aber hart in der Sache ist.

Hattest du in deiner bisherigen Karriere einen Mentor und wenn ja, was hast du von ihm gelernt?

Mein aktueller Chef Dirk Benninghoff hat mich auf meinem beruflichen Weg eng begleitet – er war schon mein Vorgesetzter, als ich noch Werkstudentin am Newsdesk der „Financial Times Deutschland“ war. Dirk lässt sich nicht verbiegen und steht für seine Überzeugungen ein. Das finde ich bewundernswert.

Du bist seit 2019 Mama einer kleinen Tochter. Wie handlest du Baby & Business und siehst Du als Mutter das Thema Frauen im Business differenzierter als vorher?

Ich habe meine Arbeitszeit reduziert, um mehr Zeit mit meiner Kleinen verbringen zu können. Mein Mann übernimmt zuhause viele Aufgaben und kümmert sich rührend um unsere Tochter. Seit ich selbst ein Kind habe, weiß ich, was Mütter oftmals leisten und wie groß der Spagat zwischen Kind und Beruf sein kann. Mütter arbeiten oft effizienter, einfach weil sie weniger Zeit haben. Das habe ich erst jetzt so richtig verstanden.

Danke für das spannende Gespräch!

Weitere außergewöhnliche und beeindruckende Frauen haben wir in unserer Sammlung #FemaleFounders zusammengestellt.

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